Die Geschichte des Henri Moissan und was er entdeckte …

Ein unscheinbares Gesteinsfragment aus dem Meteoritenkrater Canyon Diablo in Arizona sollte weitreichende Bedeutung erlangen – allerdings nicht in dem Moment seiner Entdeckung. Es war das Jahr 1893, als der französische Chemiker Henri Moissan, geboren am 28. September 1852 in Paris, das Material im Labor untersuchte. Auf der Suche nach mikroskopischen Spuren natürlicher Diamanten, die durch den gewaltigen Einschlag entstanden sein könnten, wurde er auf eine Kristallstruktur aufmerksam, die ihm unbekannt war.

Was er fand, war kein Diamant, sondern ein neues Mineral: Siliziumkarbid. Der Kristall wies außergewöhnliche Eigenschaften auf – große Härte, starkes Funkeln, und eine auffallende Ähnlichkeit zum Diamanten. Moissan hatte damit unbeabsichtigt ein Material entdeckt, das viele Jahrzehnte später unter dem Namen Moissanit eine neue Ära in der Schmuckwelt einläuten sollte.

7 7 Inhaltsverzeichnis

Was vor Henri Moissan im Wüstensand glitzerte

Was Henri Moissan 1893 im Wüstensand entdeckte, sollte später Frauenherzen höherschlagen lassen.

Es war ein unscheinbares Gesteinsfragment aus dem Meteoritenkrater von Canyon Diablo in Arizona, das den Lauf der Schmuckgeschichte verändern sollte. Der französische Chemiker Henri Moissan, geboren am 28. September 1852 in Paris, analysierte es auf der Suche nach Spuren von Diamanten. Doch was er fand, war etwas vollkommen Neues: winzige Kristalle, klar, hart und funkelnd – aber nicht aus Kohlenstoff. Stattdessen bestand das Material aus einer Verbindung von Silizium und KohlenstoffSiliziumkarbid.

Die Geburt des Moissanits

Diese neu entdeckte Substanz war damals in der Natur unbekannt. Henri Moissan selbst erkannte die Besonderheit, doch es sollte noch Jahrzehnte dauern, bis sie den Namen erhielt, den sie heute trägt: Moissanit, benannt nach dem Mann, der sie zuerst identifizierte. Seine Entdeckung war im wahrsten Sinne des Wortes „außerirdisch“, denn die Proben stammten aus einem Meteoriten – Sternenstaub, der zur Erde gefallen war.

Moissans wissenschaftliche Leistungen

Die Entdeckung das Diamanten aus reinem Kohlenstoff bestehen

Nachdem der britische Chemiker Smithson Tennant im Jahr 1797 den Nachweis erbrachte, dass Diamant eine kristalline Form von reinem Kohlenstoff ist, richtete sich das Interesse zahlreicher Forscher auf die Möglichkeit, kostengünstige Modifikationen des Kohlenstoffs künstlich in Diamant umzuwandeln.

Henri Moissan mit seinem Lichtbogenofen und dem Versuch synthetische Diamanten herzustellen.
Henri Moissan mit seinem Lichtbogenofen und dem Versuch synthetische Diamanten herzustellen.

Herstellungsversuche von synthetischen Diamanten

Erste Berichte über vermeintlich erfolgreiche Synthesen datieren aus dem Jahr 1879 durch James Ballantyne Hannay sowie aus dem Jahr 1893 durch den französischen Chemiker Ferdinand Frédéric Henri Moissan. In beiden Fällen wurde eine Mischung aus Holzkohle und Eisen in einem Kohlenstofftiegel auf extrem hohe Temperaturen von etwa 3.500 °C erhitzt.

Moissan setzte hierbei auf eine innovative Apparatur: einen von ihm entwickelten Lichtbogenofen, in dem ein elektrischer Lichtbogen zwischen zwei Kohlestäben innerhalb von Kalkblöcken erzeugt wurde. Das flüssige Eisen wurde nach dem Erhitzungsvorgang schlagartig durch Eintauchen in Wasser abgekühlt. Die dabei entstehende Kontraktion des Metalls sollte einen kurzzeitig extremen Druck erzeugen, welcher theoretisch ausreichte, um Graphit in Diamant umzuwandeln.

Moissan dokumentierte und veröffentlichte seine experimentellen Ergebnisse in mehreren wissenschaftlichen Abhandlungen während der 1890er Jahre.

Der Weg zum Nobelpreis

Moissan war ein leidenschaftlicher Forscher. Neben seiner Arbeit an seltenen Mineralien war er vor allem bekannt für seine bahnbrechenden Hochtemperatur-Experimente. Mit dem von ihm entwickelten Lichtbogenofen erreichte er Temperaturen von über 3.000 Grad Celsius. Damit gelang ihm als erstem am 26. Juni 1886 die Isolation von reinem Fluor, ein wissenschaftlicher Durchbruch in der Chemie, der ihm 1906 den Nobelpreis für Chemie einbrachte.

Ein Leben für die Wissenschaft

1902 führte er den Nachweis zur Silicium-Wasserstoff-Verbindung Monosilan. Mehr dazu gibt es auch auf chemie.de.

Leider konnte er diesen Erfolg nicht lange genießen. Henri Moissan Henri Moissan war der Entdecker des Sternestaubs, aus dem später nach ihm benannt, der Moissanit wurde. starb am 20. Februar 1907, nur wenige Monate nach der Verleihung des Nobelpreises. Man vermutet, dass seine Arbeit mit extrem reaktiven Substanzen und seine Experimente mit giftigen Gasen und Hitze langfristig seine Gesundheit geschädigt hatten.

Moissanit – Ein Erbe mit Glanz & Glorie

Doch sein Name lebt weiter – nicht nur im Labor, sondern auch im Herzen moderner Schmuckliebhaberinnen. Moissanit hat sich längst zu einer beliebten Alternative zum Diamanten entwickelt. Er ist fast genauso hart, noch brillanter im Funkeln – und dabei ethisch und nachhaltig.

So wurde aus einer wissenschaftlichen Entdeckung in der Wüste ein Symbol für Glanz, Stil und neue Werte in der Welt des Schmucks. Henri Moissan hätte sich das vermutlich nie träumen lassen.

wikipedia – Henri Moissan – Chemiker und Nobelpreisträger

Weiterführende Informationen